gestern abend an den art parties in basel

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da die art basel neben roger federer das einzige ist, was unserer kleinen stadt ein hauch von glamour verleiht und roger federer keine parties mit hipness-faktor veranstaltet, sind die nächtlichen events während der kunstmesse ein must fĂĽr alle szenegänger, hipsters oder den rest der heutigen neu-bohème. aber nicht ĂĽberall wo “art party” draufsteht ist auch “art party” drin. ein logbuch von bot und tomh.

schon seit tagen hörte man von einer “art party” in der elisabethenkirche. word on the street, wie man so schön sagt. “[elisabethenkirche] is regarded as the most important neo-Gothic church in Switzerland and an exciting location for this very special new- art party”. dieser satz zeigt sehr schön wie man einerseits eine (zumindest akustisch) party-ungeeignete location gut verkauft und andererseits, dass nun “art party” definitiv zum label geworden ist (lol, warum schĂĽtzt eigentlich art basel den begriff nicht?). eigentlich hätte jetzt schon die entscheidung fallen mĂĽssen, nicht hinzugehen und wenn nicht jetzt, dann spätestens nachdem man sich dieser zwei dinge bewusst war: 1. jeder kam ohne probleme an eintrittstickets. 2. die webseite. trotzdem gingen wir um 23.45 hin und sahen den eigentlich namhaften djs zu, wie sie versuchten ihr (nicht besonders zahlreiches) publikum mit scheppernden klängen ohne bass zum tanzen bringen. 3dl bier kostete 10.-, champagner 20.-. keine besonders exklusiven preise und ein grund mehr, schnell von da zu verschwinden. unsere aufenthaltszeit betrug 15min – draussen vor der kirche. drinnen waren wir knapp 4min.

00.15. im vip village beim annex, acqua etc. sah es schon nach etwas mehr leuten aus. schweizer b-promis wie antoine, nubia und jp love (in begleitung eines typen, der aussah wie dj ötzi) amĂĽsierten sich offensichtlich und genossen (spekulation unsererseits) die (wenn auch kurzen) blicke des niederen (hier: auf der cervelat-prominenzskala weiter unten stehend) volks. natĂĽrlich schauten auch wir, denn zugegeben: jp love konnte man in seinem gelben eso-dress inklusive hut und grau-fettigem haar einfach nicht ĂĽbersehen. musikalisch ging gar nichts – obwohl sich eine vielzahl der besucher (die sich ĂĽbrigens kaum von einem normalen anlass im acqua unterschieden) in der kuppel zu latino rythmen amĂĽsierten ganz nach dem credo “wir sind zwar schweizer, aber nein, wir sind nicht uhrmacher, bĂĽrokraten oder bettlangweiler sondern auch in uns brennt das leidenschaftliche feuer des sĂĽdens”. jedenfalls reichte 1h nicht aus, um in uns ein feuer zu entfachen.

zum glĂĽck sind wir anschliessend noch irgendwie auf dem schiff gestrandet. oder eher gelandet, denn die “le baron“ party war im vergleich zum bisher erlebten “a whole different planet”. das publikum war art-stylish und grösstenteils international – sophisticated art alternatives in expensive outfits that don’t look so expensive (SAAIEOTDLSO) könnte man wohl sagen. die (französischen?) djs spielten gute musik in ungewohnt unfeinen, ja fast schon brachialen zusammenstellungen: phoenix und digitalism vor “like a prayer” gefolgt von der house of pain herumhĂĽpfhymne und dem aufmischenden geschrei der mash out posse. und danach ein griechischer volkstanz vor nirwanas jahrhundertriff, einem italienischen schlager und blur.

nein, kunsthändler, rich kids und galeristinnen zu “ante up” tanzen zu sehen war kein erlebnis von epochaler bewusstseinserweiterung aber sehr lustig und irgendwie auf seltsame weise kosmopolitisch. andere dachten offensichtlich weniger nach als wir und tanzten auf den sitzen, nahmen uns mit rehblicken das bier aus den händen und tranken es mit ihren kolleginnen in 2 zĂĽgen aus (hmpf!ja, die bar war nicht umsonst). und mittendrin pharell williams mit schnauz, rot kariertem hemd (am tag zuvor an der design miami noch mit hut unterwegs) und umschwärmt vom weiblichen (zum teil einen kopf grösseren) geschlecht. er war bei bester laune – kein wunder, seine streitbare kunstkollaboration mit Takahashi Murakami hatte er eben fĂĽr 2 millionen $$$ verkauft.

so, nachdem schon baz online den fokus der art basel-berichterstattung auf die promis gelegt hat, sind wir auch mit von der partie. aber wir sagen auch nicht, wir wären ein seriöser blog.

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17 Kommentare


Kommentare

JPinLove
Mittwoch, 10. Juni 2009, 19:24 Uhr

Top Berichterstattung!
Bitte mehr davon :)

Weibchen
Mittwoch, 10. Juni 2009, 20:43 Uhr

und wo ist er auf dem handybildchen drauf? macht mal bitte wer ein kreuz?

senfgeb
Mittwoch, 10. Juni 2009, 21:31 Uhr

jajaja. wowowo isser denn nun, dieser pharell williams?

bot
Donnerstag, 11. Juni 2009, 1:58 Uhr

here he is! ich gratuliere mir selbst zu diesem genialen schnappsschuss.

tomh
Donnerstag, 11. Juni 2009, 7:23 Uhr

und hier noch mein senf: hey – unsere bilder sind ja sowas von “alternativ” im vergleich zu diesen bildcommunities und photoblogs. long live handygrafie.

c.r.e.a.m.
Donnerstag, 11. Juni 2009, 8:20 Uhr

keine woche ist jeweils peinlicher fĂĽr basel als diese. immer wieder wird mir schlecht ab diesen lächerlichen wir-wollen-auch-etwas-vom-mondänen-leben-haben-versuche, ob das nun diese wirlich kaum erwähnenswerten parties oder die schummrigen dokumentarischen fotos davon sind (“da! da ist er.” – Ja, mit viel Phantasie vielleicht).

NetterOnkel
Donnerstag, 11. Juni 2009, 9:45 Uhr

Top Bericht! Es ist wirklich mittlerweile so, dass sich jeder Club mit einer Artparty versucht ein StĂĽck vom Kuchen abzuschneiden, vorallem jetzt, wo es keine von der Art selbst organisierte Party gibt.
Dass jetzt alle Party machen, ist doch gut, denn die von der Art organisierte Party wurde auch geschaffen, weil in Basel eben zu wenig los war während der Art und man den Gästen etwas richtiges bieten wollte.

Cream: Basel ist mondäner als man denkt. Die ganzen Mitläufer, egal ob Partyhüpfer, Schmalspurgaleristen oder Möchtegernekünstler machen doch das ganze erst interessant. War da mault, zeigt bloss seinen Sozialneid.

bääää
Donnerstag, 11. Juni 2009, 11:59 Uhr

do gangi sowieso nid ahne

S:I:C
Donnerstag, 11. Juni 2009, 12:21 Uhr

Sozialneid?! Crazy.

Danke!
Donnerstag, 11. Juni 2009, 15:59 Uhr

FĂĽr die Berichterstattung, so weiss ich wenigstens was ich nicht verpasst habe und muss nicht selbst hingehen. Die öffentlichen Parties sind während der ART ja eh nur zur Abzocke da… und so wichtig um Einladungen fĂĽr Privatparties zu erhalten bin nicht, dafĂĽr mĂĽsste ich wohl auch mal an die ART selbst gehen… :-)

artige
Donnerstag, 11. Juni 2009, 22:54 Uhr

diejenigen, die sonst immer maulen, DASS in basel nichts läuft, motzen nun wieder ĂĽber das WAS so läuft. geht doch heim in euer kuhdorf kuh-kagge holen, die ihr dann als kunst anpreist! ich wette das geht…

Weibchen
Donnerstag, 11. Juni 2009, 23:02 Uhr

thx fĂĽrs pfeilchen . -zisch

juanito
Donnerstag, 11. Juni 2009, 23:40 Uhr

warum finde ich sätze mit dem wort “peinlich” immer so unsympathisch?

Dauer-Telefonierer
Freitag, 12. Juni 2009, 10:20 Uhr

Weil es von Arroganz zeugt.

Pummelschnuller
Samstag, 13. Juni 2009, 14:17 Uhr

Heute 13. Juni 2009 im Volkshaus :

Chlöpfer & Bier.

http://www.facebook.com/event.php?eid=82665767774&ref=mf

Inzwischen machen viel zu viel abARTige Scheisse in der Art-Woche.

c.r.e.a.m.
Samstag, 13. Juni 2009, 19:14 Uhr

stimmt ja. ganz vergessen. peinlicher sozialneid. shame on me. und schande, dass ich auch den unterschied zwischen kunst und kunstmarkt immer noch nicht geschnallt hab.

DIE MAGAZIN » Blog Archive » 2009: THATS IT, THATS ALL
Dienstag, 29. Dezember 2009, 0:20 Uhr

[...] irgendeine art-party auf dem [...]

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